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Die Legende des Volkshelden Robin Hood gehört zu den am häufigsten verfilmten literarischen Stoffen.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich auch der Abenteuerklassiker Robin Hood, König der Vagabunden mit Errol Flynn.

Daneben wurde die Legende in Zeichentrickfilmen und Fernsehserien aufgegriffen.

Anfänge im Stummfilm Bearbeiten

Robin hood

Robert Frazer - der erste Robin Hood

Robert Frazer (1891-1944) spielte 1911 im ersten Robin-Hood-Film die Hauptrolle, der Film dauerte rund 30 Minuten. Heute existieren nur noch Ausschnitte des Filmes, die im Museum of Modern Art in New York gelagert werden. Es entstanden noch weitere Verfilmungen in den 1910er-Jahren, die heute aber alle verschollen sind.

Die erste bekanntere Verfilmung  kommt von Stummfilmstar [Douglas Fairbanks Sr.]. Er übernahm Produktion, Drehbuch und die Hauptrolle. Der Film soll einer der aufwendigsten Filme der Stummfilmzeit gewesen sein mit einem Budget von 1,4 Millionen Dollar. Der Film wurde in Kalifornien gedreht und weist starke amerikanische Einflüsse auf, nicht zuletzt da Fairbanks Amerikaner war.

Richard Löwenherz übernimmt in über 2 Stunden langen Streifen eine Hauptrolle, als einer der wenigen Filme überhaupt. Das für den Film gebaute Schloss soll die aufwendigste Dekoration der Stummfilmära und damals eine Touristenattraktion gewesen sein. Alan Hale verkörperte erstmals die Rolle des Little John, die er in zwei weiteren Verfilmungen verkörpern sollte.

Robin Hood (1922) FULL Remastered

Robin Hood (1922) FULL Remastered

Die Verfilmungen sind vielleicht nicht mehr so bekannt, aber sie beeinflussten spätere Filme über die Sage.

"Robin Hood, König der Vagabunden"Bearbeiten

König der Vagabunden1

Basil Rathbone (l.) und Errol Flynn in "The Adventures of Robin Hood"

König der Vagabunden2

Patric Knowles, Herbert Mundin und Errol Flynn in "The Adventures of Robin Hood"

Robin Hood, König der Vagabunden (auch: Die Abenteuer des Robin Hood, engl. Orginaltitel: The Adventures of Robin Hood) ist eine der bekanntesten Verfilmungen der Legende aus dem Jahre 1938 mit Errol Flynn. Regie übernahmen Michael Curtiz  und William Keighley, das Drehbuch verfassten Norman Reilly Raine und Seton I. Miller. Mit 2 Millionen US-Dollar war es damals die teuerste Warner Brothers-Produktion überhaupt.

Der 101 Minuten lange Streifen war einer der ersten Filme überhaupt in Farbe (Technicolor-Verfahren) und erhielt drei OSCARS, unter anderem für Erich Wolfgang Korngolds Filmmusik, die heute als eine der besten überhaupt gilt. Die Besetzung war folgend (wenn man auf den Namen des Schauspielers klickt, erfährt man mehr über ihn):

Der Film ist äußerst bunt und historisch wenig authentisch, nach Meinung von Kritikern aber sehr unterhaltsam und mit viel Charme gemacht. Bei vielen besitzt er auch den Ruf, die beste Verfilmung zu sein. Besonders Errol Flynn erhielt gute Kritiken für die Interpretation der Rolle. Die erfolgreiche Verfilmung nahm wesentlichen Einfluss auf weitere Interpretationen und erfreut sich auch heute nach 75 Jahrennoch großer Beliebtheit.
"The Adventures of Robin Hood" (1938) - Theatrical Trailer

"The Adventures of Robin Hood" (1938) - Theatrical Trailer


Und das nicht umsonst ... man sollte den Film  als Robin Hood Fan unbedingt anschauen, wenn er mal wieder im Fernsehen kommt.

Verfilmungen 1938-1991 Bearbeiten

Die Robin-Hood-Verfilumg von 1938 sollte über Jahrzehnte hinweg das Bild Robins im kulturellen Bewusstsein der Welt bestimmen. Zu diesem Film müsssen sich bis heute alle Robin-Hood-Filme verhalten, an ihm müssen sie sich messen lassen, von ihm grenzen sie sich ab. Tatsächlich erwies sich dieser Film als so dominant, dass fast vierzig Jahre kein weiterer Robin-Hood-Film entstand, der eine ähnliche Ausstrahlung besaß oder gar versuchte, dem Robin-Hood-Mythos eine eigene Note zu geben. Und kein großer Star wagte sich mehr an die Rolle.

Die weiteren Verfilmungen der nächsten Jahrzehnte standen unter wesentlichen Einfluss von The Adventures of Robin Hood.

Um 1950 gab es gleich mehrere Verfilmungen, die heute weniger großen Bekanntheitswert haben. 1946 übernahm Cornel Wilde die Rolle Robins in dem Film Der Bandit und die Königin.

Die Verfilmung mit Jon C. Hall namens Robin Hoods große Liebe von (1948), die weder König Richard, Prinz John noch den Sheriff von Nottingham beinhaltet, sondern dreht sich vielmehr um die Liebesgeschichte zwischen Robin und Marian.


Auch Robin Hoods Vergeltung (1950) hat einen anderen Ansatzpunkt, hierbei sitzt Robin viele Jahre nach der eigentlichen Handlung im Gefängnis und seine Tochter trommelt die gealterten Freunde Robins zusammen.

1951 kam der Film Tales of Robin Hood mit Robert Clarke als Robin Hood in die Kinos.

Tollkühn

Robin Hood und seine tollkühnen Gesellen

Mit Richard ToddJoan Rice und Peter Finch wurde 1952 Robin Hood und seine tollkühnen Gesellen von Disney produziert. Der Film enthält sowohl spannende als auch komische Elemente und gilt als Remake des Filmes von 1938.

1954 produzierten die Hammer Studios mit Don Taylor als Robin Hood ihren ersten Robin Hood-Film: Robin Hood, der rote Rächer. Zwei weitere sollten folgen.

Ein weiterer Darsteller, der Robin Hood verkörperte, war Lex Barker, der 1960 in Robin Hood und die Piraten auf See ist.

1962 produzierte Italien den Film Robin Hood - Der Löwe von Sherwood mit Don Burnett in der Titelrolle.

1967 war dann Barrie Ingham als Robin in dem Film Robin Hood, der Freiheitsheld zu sehen.

Die Musikkriminalfilmkomödie Sieben gegen Chicago ist eine berühmte Parodie auf die Legende, die im Chicagoer Gangstermillieu der 1930er spielt. Frank Sinatra ist Robin Hood, Dean Martin ist Little John, Sammy Davis Jr. ist Will Scarlet und Bing Crosby Alan-a-Dale. Peter Falk (Inspector Colombo) spielt Guy of Gisbourne.

1971 versuchte man sich in Spanien mit Der feurige Pfeil der Rache an einer weiteren Version. Die Handlung spielt in England, der Film wurde jedoch komplett in Spanien gedreht.

Disneys Robin Hood (1973) Intro-0

Disneys Robin Hood (1973) Intro-0

Robin and Marian (1976) Trailer-0

Robin and Marian (1976) Trailer-0

Nur zwei Jahre, 1973, später produzierte Disney die mit Robin Hood die bekannteste animierte Verfilmung des Stoffes. Dabei werden die Charaktere durch Tiere verkörpert - Robin und Marian sind Füchse, während Prinz John (gesprochen von Peter Ustinov) ein Löwe ist. 1990 wurde auch ein japanischer Animefilm gemacht.

Auch die Sowjetunion versuchte sich 1975 mit Die Pfeile des Robin Hood an einer Verfilmung, die eine eher sozialistisch interpretierte Variante der Legende ist. 

Der ästhetische und politische Befreiungsschlag gegen Errol Flynns übermächtigen Robin erfolgte erst im Jahre 1976 mit Robin und Marian von Richard Lester, der jedoch, möglicherweise um sich vom übermächtigen Vorbild abzugrenzen, nicht den jungen Volkshelden Robin Hood zeigte, sondern einen gealtertenen Rebellen.

Eher parodistisch angelegt war 1984 der britische TV-Film Die verrückten Abenteuer des Robin Hood, mit George Segal als Robin Hood.

Alle Verfilmungen sind etwas speziell und einige sind verlorene Zeit, andere hingegen sind durchaus starke Verfilmungen, die man nur empfehlen kann.

Robin Hood - König der Diebe Bearbeiten

Kevin

Kevin Costner und Mary Masterino in "Robin Hood - König der Diebe"

Kevin Reynolds drehte 1991 dann die Version Robin Hood - König der Diebe mit Kevin Costner in der Titelrolle, der nach Der mit dem Wolf tanzt seinen Karrierehöhepunkt erreichte. Der Film stellt Robin Hood international dar - etwa durch das Auftreten des von Morgan Freeman als Afrikaner - und war ein teures Unterfangen. Der Film ist mit 155 Minuten ziemlich lang und im zählt zu den großen Blockbuster der 1990er-Jahre.

Im Folgenden ist hier nun die Besetzung des Filmes aufgelistet (wenn man auf den Namen des Schauspielers klickt, erfährt man mehr über ihn):

Bryan Adams singt den Titelsong Everything I Do (I Do It For You), die Single setzt sich international an die Spitzenplätze der Charts und gehört zu den erfolgreichsten überhaupt. Sean Connery hat einen Gastauftritt als König Richard.
Kevin2

Collage zum Film

Der Film gewann zwar keine bedeutenden Preise, war jedoch die zweiterfolgreichste Filmproduktion des Jahres und hat eine große Fangemeinde und erhielt überwiegend gute Kritiken erhalten. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen zum Film:

„Die Titelrolle spielt Kevin Costner, der sich so lässig und amerikanisch gibt, dass man das Gefühl hat, er kaue den ganzen Film hindurch Kaugummi. Prince of Thieves bemüht sich, einen modernisierten Robin Hood zu liefern, der die Eigenschaften des Action-Helden mit einem gewissen Maß an sozialer Verantwortung verknüpft. Costners demontrative Entspanntheit, die seine kämpferischen Fähigkeiten jedoch in keiner Weise einschränkt, steht im bewussten Kontrast zu den athletisch-akrobatischen Interpretationen der Rolle durch Fairbanks und Flynn. [...] Obwohl auch dieser Film sich zunächst in die inzwischen fast unausweichlich gewordene Tradition des schmutzig-authentischen Mittelalters zu stellen scheint, mildert er dieses ästhetische Konzept immer wieder ab. Bei genauerem Hinsehen erweischen sich die Interieurs stets als ein bisschen zu opulent, zu dekorativ oder zu gemütlich oder als ein bisschen zu schauerlich im Stile einer trockeneisdurchwehten Geisterbahn.“

– Andrew James Johnston: Robin Hood. Geschichte einer Legende, 2013.

Eine konventionelle, aber starke und spannende Verfilmung, die andauernd im Fernsehen läuft und die vermutich jeder schon einmal gesehen hat.

Verfilmungen seit 1991 Bearbeiten

Wegen Robin Hood - König der Diebe hatte der Film Robin Hood - Ein Leben für Richard Löwenherz an den Kinokassen keinen Erfolg. John Irvins Film erhielt zwar gute Kritiken, lief jedoch fast gleichzeitig mit dem Konkurrenten an den Kinokassen an und hatte das Nachsehen. Die Hauptrollen spielen Patrick Bergin, Uma Thurman und Jürgen Prochnow.

Robin Hood (2010) - Deutsche Kino Trailer von TrailerZone

Robin Hood (2010) - Deutsche Kino Trailer von TrailerZone.de-0

Mel Brooks machte 1993 die Comedyversion Robin Hood - Helden in Strumpfhosen  mit Cary Elwes als tuntiger Robin. Der Film entstand auf der Erfolgswelle von Kevin Reynolds Film, parodiert jedoch auch weitere Versionen - etwa Robin Hood, König der Vagabunden und die Zeichentrickversion, sowie weitere Filme, die nichts mit Robin Hood zu tun haben. Der Humor ist teilweise im Vergleich zu anderen Parodien wie der berühmten Mittelalterkomödie Der Hofnarr (1955) recht derb, der Film kam aber beim Publikum sehr gut an.

2001 verkörperte Keira Kneightley in Gwyn - Prinzessin der Diebe die Tochter von Robin Hood.

2010 gab es auch eine neue Version von Rideley Scott mit Russell Crowe, die in düsterer Atmosphäre die Vorgeschichte zu Robin Hood erzählt. Bei Kritikern erhielt die Produktion aber nur mäßige Rezensionen. Andrew Johnston fasst es so in seinem Buch über Robin Hood auf:

„Die politischen Probleme dieser Figur [eines Robin Hoods, der gegen äußere Feinde kämpft] finden ihr Gegenstück in der ästhetischen Unentschiedenheit des Films. Hatte Ridley Scott zehn Jahre zuvor in Gladiator, in dem ebenfalls Russell Crowe die Hauptrolle spielte, brillante visuelle Lösungen für die mörderische Degeneration des römischen Imperiums gefunden, gibt es in Robin Hood keinerlei wirkmächtige Szenen, die den zentralen Konflikt versinnbildlichen. [...] In Robin Hood läuft Scotts augenscheinliches Talent, die historische Szenerie visuell zu modernisieren, ins Leere. Als die Franzosen sich der englischen Küste mit Landungsbooten nähern, die denen des D-Day nachempfunden sind, erkennt man zwar den filmischen Salut an Steven Spielbergs Saving Private Ryan (1998, dt. Der Soldat James Ryan) – handlungsintern macht es allerdings keinen Sinn, den hinterlistigen Franzosen die Optik der opfermutigen Alliierten von 1944 zu verleihen, die im Begriff sind, den europäischen Kontinent vom Nationalsozialismus zu befreien. Letztlich findet Ridley Scott für Robin Hood keine überzeugende Bildsprache, weil seine Konzeption der Figur nicht konsequent genug ist, weil er keine klare Vorstellung davon hat, welchen Robin er eigentlich haben will.“

Keiner dieser Filme ist ein absoulutes Meisterwek, das einen umhaut, aber auch keiner der hier aufgezählten Produktionen ist sonderlich schlecht.

Fernsehserien Bearbeiten

R.Hood

Richard Greene als Robin Hood

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Robin of Sherwood-Cast, 1984

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Jonas Armstrong als Robin Hood

Die erste TV-Serie, die sich der Legende um Robin Hood annham, war 1953 die britische 6-teilige Produktion Robin Hood. Der Schauspieler Patrick Troughton übernahm die Titelrolle.

Mit Richard Greene wurde die englische Serie Die Abenteuer von Robin Hood gedreht, die auch heute noch sehr berühmrt in England ist. Es wurden 143 Folgen (30 Min. Länge) zwischen 1955 und 1960 gedreht. Viele Episoden der Serie wurden von Hollywoodautoren, die während der McCarthy-Ära in Ungnade gefallen waren, produziert. Die Serie besitzt ein für die damalige Zeit hohes Maß an Authenzität und setzt sich vor allem mit sozialen Problemen auseinander. 1960 gab es einen Spin-Off-Film, der für das Kino produziert wurde.

1966 versuchte sich das deutsche Fernsehen an einer Robin Hood-Adaption. Ergebnis war der 2-Teiler Robin Hood, der edle Räuber mit Hans von Borsody in der Titelrolle.

1969 entstand der TV-Film Wolfshead: The Legend of Robin Hood mit David Warbeck in der Titelrolle. Eine geplante Serie kam jedoch nicht zustande.

1975 produzierten Mel Brooks und Marty Feldman eine Serie namens Robi Robi Robin Hood. Brooks drehte bekanntlich später noch Robin Hood - Helden in Strumpfhosen.

Ebenfalls 1975 entstand eine 6-teilige britische Fernsehserie der BBC mit dem Titel Die Legende von Robin Hood. Die Titelrolle spielte Martin Potter.

Die britische Fernsehserie Robin Hood (im Original Robin of Sherwood) von 1984 war eine Fantasyserie mit Michael Praed als Robin, später ersetzt durch Jason Connery (dem Sohn von Sean Connery) als Robert, genannt Robin. In dieser Version tragen die beiden Robins nur selten Hüte. Die Filmmusik gewann 1985 den BAFTA-Fernsehpreis für die beste Original Fernseh-Filmmusik. Autor Richard Carpenter fügte viele mystische Elemente hinzu, ebenso entstand die Figur des Nasir, eines mit zwei Schwertern kämpfenden Sarazenen. Dieser Begleiter von Robin Hood wurde für die Costner-Verfilmung 1991 für die Rolle von Morgan Freeman übernommen.

In den 1990er Jahren versuchte die französisch-US-amerikanische Serie Robin Hood (im Original The New Adventures of Robin Hood) mit weniger historischer Genauigkeit und mehr Fantasyelementen das Publikum zu begeistern.

2006 produzierte die BBC mit Robin Hood eine sehr erfolgreiche neue TV-Version der Robin Hood-Geschichte, die jedoch auch nur 3 Staffeln hervor brachte.

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Die Umfrage wurde am 26. September 2013 um 05:26 erstellt. Bisher haben 48 Nutzer abgestimmt.

Weblinks Bearbeiten

Die 10 bemerkenswertesten Robin Hood Verfilmungen